Vielleicht können Sie sich noch so wie ich an den Spruch Ihrer Großmutter erinnern, die mir immer dann, wenn ich krank war furchtbar bittere Kräutertinkturen verabreichte. Während ich das Gesicht verzog, pflegte sie zu sagen: „ordentliche Medizin schmeckt eben bitter.“

Damals fand ich es grauenhaft, heute weiß ich, dass meine Großmutter recht hatte. Leider sind Bitterstoffe fast ganz aus den Regalen verschwunden, wahrscheinlich aus dem einfachen Grund, weil sie sich nicht gut verkaufen. Viel zu sehr werden unsere Geschmacksknospen bereits im Kindesalter an übermäßig süßes, salziges und geschmacklich intensive Speisen gewöhnt. Sehen Sie sich nur die Zutatenliste der Lebensmittel an und die Menge an Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern.

Bitterstoffe haben jedoch eine wichtige Funktion; Sie regen die Verdauung an, fördern die Produktion von Galle und wirken sich besonders günstig auf Magen, Darm, Leber und Nieren aus. Bittere Stoffe sorgen dafür, dass die Verdauung gut funktioniert, die Nährstoffe besser aufgenommen werden und helfen sogar beim Abnehmen.

Ja für viele sind bittere Lebensmittel in der Küche meist nicht die erste Wahl. Das Gesicht verzieht sich, wenn wir bittere Kräuter, Gemüse oder Obstsorten essen. Trotzdem sollten wir wegen ihrer positiven Wirkung auf die Gesundheit Lebensmittel mit Bitterstoffe vermehrt eine Chance geben!

Um die Gesundheit mit Bitterstoffen zu stärken, gibt es eine Vielzahl von Nahrungsergänzungsmittel. Wenn du aber Bitterstoffe in ihrer natürlichsten Form zu dir nehmen möchtest, bieten sich speziell folgende Pflanzen und Lebensmittel an, diese dürfen ruhig vermehrt und reichlich in der eigenen Küche verwendet werden.

Bekannte Pflanzen mit dem höchsten Wert an Bitterstoffen:

1. Löwenzahn

Löwenzahn ist ein besonders bitteres Heilkraut. Löwenzahn ist ein richtiges Superfood und wächst vor fast jeder Haustür. Optimal beigefügt zu Salaten oder grünen Smoothies trägt der Löwenzahn zu einer optimalen Verdauung bei.

Aber nicht nur die Verdauung wird gefördert, Löwenzahn stimuliert die Gallenproduktion der Leber und wirkt gegen Rheumabeschwerden. Durch das dunkle Grün enthält es nicht nur viel Chlorophyll, sondern fast alle Mikronährstoffe die man sich nur wünschen kann.

2. Chicorée

Die Bitterstoffe von Chicorée sind gut für Verdauung, Stoffwechsel und Kreislauf. Er enthält außerdem reichlich Folsäure, Kalium und Zink und liefert die Vitamine A, B und C. 100 Gramm Chicorée haben nur 16 Kilokalorien, aber sehr viel Inulin.

Ein Salat mit Chicorée in Kombination mit Banane und einer französischen Soße ergänzt sich hervorragend. Durch die Süße der Banane wird das Bittere des Chicorées optimal aufgenommen und abgeschwächt.

3. Grapefruit

Die Frucht mit den meisten Bitterstoffen ist Grapefruits. Die Grapefruit enthält je nach Sorte jede Menge Bitterstoffe. Außerdem enthält sie Ballaststoffe wie Pektine, den Pflanzenfarbstoff Lycopin, reichlich Vitamin C und Kalium.

Grapefruits sind regelrechte Superfoods und sollten wegen ihres bitteren Geschmacks nicht gemieden werden!

4. Artischocken

Die enthaltenen Bitterstoffe der Artischocken regen den Stoffwechsel an und fördern die Verdauung, insbesondere die Fettverdauung. So senkt die Artischocke den Cholesterinspiegel, schützt die Leber und wirkt entgiftend. Die Artischocke zeigt dank der Bitterstoffe heilsame Wirkung bei Verdauungsproblemen und hohen Blutfettwerten.

Artischocken schmecken jetzt nicht außerordentlich bitter, aber ihr Anteil von bis zu 6 % an Bitterstoffen ist richtig hoch! Besser ist natürlich die Artischocken immer selbst und schonend zubereitet, damit möglichst viel Mikronährstoffe erhalten bleiben.

5. Tausendgüldenkraut (besonders bitteres Heilkraut)

Eine besondere bittere Pflanze ist das Tausendgüldenkraut. Es hilft gut bei Magenproblemen, Leberstau, Allergien, Gelenkproblemen, Verdauungsschwächen und bei diversen Allergien.

Das bittere Heilkraut ist vor allem bekannt für die heilende Wirkung bei Verdauungsbeschwerden. Es ist vor allem in Form von Tee oder Aufgüssen eingenommen.

6. Weitere Lebensmittel welche gut in der eigenen Küchen verwendet werden können und Bitterstoffe enthalten sind:

  • Gemüse: Brokkoli, Rosenkohl, Aubergine, Fenchel, Radieschen, Grünkohl und Sellerie
  • Salate: Endiviensalat, Radicchio, Rucola
  • Früchte: Zitrone, Pomelo
  • Kräuter: Enzian, Salbei, Minze, Thymian, Oregano, Dill, Schnittlauch, Rosmarin und Koriander
  • Gewürze: Anis, Muskatnuss, Ingwer, Nelke, Kurkuma, Zimt und Kardamom

Minimiere süßes und salziges, greife vermehrt in der Küche zu gesunden bitteren Lebensmittel. Lass dich von der Bitterkeit nicht abschrecken, bitter ist gesund, fördert Darm und Verdauung und hilft sogar beim Abnehmen!

Referenzen

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